Fairtrade-Town – Griesheim – Steuergelder für Kaffee und O-Saft?

Die Kampagne Fairtrade-Town ist eine Kampagne, die schon im Jahr 2000 gegründet wurde und die sich für fairen Handel eingesetzt hat. Sie soll Akteure aus der Politik, dem Handel und der Zivilgesellschaft zusammenbringen.

Die SPD Griesheim hat in der Stadtverordnetenversammlung am 10.12.2020 einen Antrag gestellt, Griesheim an dieser Aktion zu beteiligen. „Die Idee, eine Fairtrade-Stadt damit zu verknüpfen, dass plötzlich in der Stadtverordnetenversammlung und in den Ausschüssen Kaffee oder Orangensaft gereicht wird, kann Frau Dr. Nake nicht nachvollziehen. Bisher sind in diesen Sitzungen keine Getränke gereicht worden und Frau Dr. Nake sieht keinen Anlass, plötzlich hier weitere Kosten zu verursachen.“ Es geht doch wohl um die Unterstützung der Dritten Welt.

Wir möchten an dieser Stelle zunächst klar betonen, dass auch wir, die Mitglieder des FDP Ortsvereins, keine Kinderarbeit befürworten und auch keine soziale Ausbeute.

Ein Mitglied hat sich sehr persönlich angegriffen gefühlt, als in der Stadtverwaltung zum Ausdruck gebracht wurde, dass jeder der gegen den Antrag ist, Kinderarbeit und soziale Ausbeute befürwortet. Er selbst hat eine Firma in Indien und unterschreibt mit deutschen Firmen einen Code of Conduct – Kinder- und Jugendschutz. Darin steht „Kunde akzeptiert keine illegale Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen – weder im eigenen Unternehmen noch bei Geschäftspartnern. Auch legale Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen darf der körperlichen und geistigen Entwicklung nicht abträglich sein.“

Darüber hinaus kann die FDP-Griesheim die Dringlichkeit nicht nachvollziehen. Der Welthandel liegt am Boden. Der Handel mit Lateinamerika – aus dem etwa 80 % des Kaffees in Deutschland kommt – steht derzeit fast still, weil die Corona-Situation in Lateinamerika noch dramatischer ist als in Europa. Derzeit kommen Lieferungen aus anderen Ländern dieser Welt hier sehr reduziert an.

Der Vorschlag der SPD ist darauf gerichtet, Cafés und Restaurants aber auch Vereine und andere Unternehmen auf den Verkauf von Fairtrade-Produkten – wie Kaffee – zu verpflichten. Die Restaurants und Cafés dieser Stadt und allen anderen Kommunen in Deutschland verkaufen gerade wenig bis gar nichts, möglicherweise ist das an der SPD-Griesheim vollständig vorbeigegangen.

Herr Thuleweit sieht die wirtschaftliche Situation in Griesheim als schwierig an. In einer Situation, in der Cafés, Restaurants und der Einzelhandel geschlossen sind und nur noch Lebensmittel eingekauft werden können. In einer Situation, in der uns in Deutschland 18.000 Insolvenzen für das Jahr 2020 drohen, steht die FDP-Griesheim ganz deutlich und ohne jeden Zweifel auf der Seite des örtlichen Gewerbes. Nur der Unternehmer selbst kann entscheiden, wo er einkauft und was er verkauft.

Die FDP-Griesheim ist der festen Überzeugung, dass die Wirtschaftskraft und das Potenzial der deutschen Wirtschaft die Pandemie bestmöglich überstehen wird. Leider sind die Signale aus Berlin derzeit nicht so, dass die schwierige Situation politisch unterstützt wird.

Die FDP Griesheim unterstützt ausdrücklich und nachdrücklich nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch die internationalen Bemühungen, diese schwierige Situation in den Griff zu bekommen. Ganz klar ist aber für uns, dass wir besonders hier vor Ort die Wirtschaft unterstützen.

Wir wissen, dass alle Griesheimer Unternehmen sich ihrer Verantwortung auch gegenüber der Welt sehr bewusst sind, derzeit aber sicherlich ganz andere Probleme haben.

Die Unterstellung, dass Menschen, die diese Aktion derzeit für völlig unsensibel vor der finanziell schwierigen Situation unseres örtlichen Handels handeln, für die Ausbeutung von Menschen in der Dritten Welt sind, ist unsagbar und einer gedeihlichen Zusammenarbeit in Griesheim nicht dienlich.

Jeder von uns ist als Person gefordert, diese Unterstützung bei seinem täglichen Einkauf zu leisten. Dies verbessert die Situation in der Dritten Welt und nicht irgendwelche Aktionen zulasten der Steuergelder in einer Zeit, in der viele Unternehmer ihre eigene Familie kaum ernähren können.

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