im Ausschuss Umwelt, Energie und Mobilität (UEM) vom 30.06. haben wir unseren Antrag zum Thema Zigarettenabfälle in Griesheim eingebracht und argumentiert. Zigarettenkippen sind giftiger Müll, der im Stadtgebiet besonders auf öffentlichen Plätzen, Spielplätzen und Haltestellen der Straßenbahn vermehrt zu finden ist.

„Es wird richtigerweise viel über Plastik und Mikroplastik geredet, jedoch hat man den Eindruck, im Laufe der Jahre haben sich viele Menschen fatalerweise an die Zigarettenkippen gewöhnt, welche in der Natur liegen und unsere Umwelt gefährden“, so Herr Knodt zur Umweltproblematik.

Im Kern geht es im Antrag darum, dass wir fordern, in Griesheim Sonderbehälter für das Sammeln von Zigarettenkippen aufzustellen, diese getrennt zu sammeln und im Idealfall diese dem Recycling zuzuführen. Dazu gibt es bereits ein Unternehmen, welches sich darauf spezialisiert hat.

„Wir haben den Vorstand des Unternehmens TobaCyclen n.e.V. angesprochen und er ist gerne bereit uns beim Start zu unterstützen, einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für unsere Umwelt zu leisten“, so Herr Thuleweit.

Um für das Problem von Kippen in der Umwelt zu sensibilisieren, brachte Herr Thuleweit einen Eimer mit auf kurzer Strecke gesammelten Kippen mit in den Ausschuss. Zudem erhielt jeder anwesende ein Kippen-Sammelröhrchen der Firma TobaCyclen n.e.V. in das Zigarettenkippen gesammelt, mit Deckel geruchsicher verschlossen werden können und anschließend abgegeben werden sollen.

Wer Interesse hat an einem dieser Sammelbehälter kann sich gerne an uns die FDP Griesheim wenden.

Im Ausschuss selbst stellte die Groko aus CDU und SPD einen Änderungsantrag, ebenso die WGG. Der Antrag der Groko beschäftigte sich mit der allgemeinen „Vermüllung“ in Griesheim.

„Ein durchaus berechtigtes Thema, jedoch kein Antrag, sondern Fragen an den Magistrat“, so Dr. Nake.

Unter anderem wurde gefragt, ob der Bauhof überhaupt ausgerüstet ist, die Kippen zu sammeln oder wie der Stand der illegalen Vermüllung in Griesheim im Allgemeinen ist.

Beide Anträge wurden als Anfragen an den Magistrat gewertet, weil letztlich kein Antragsinhalt enthalten war. Zur Klärung wurden diese Fragen an den Magistrat gegeben und der Antrag wird im nächsten Ausschuss erneut aufgerufen.

Bei weiteren Fragen oder Anregungen von Bürgern und Bürgerinnen zum Thema freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme mit uns.

Hier unser Antrag im Original!

Antrag der Fraktionen der FDP

Frau Stadtverordnetenvorsteherin

Ingrid Zimmermann

Rathaus

Wilhelm-Leuschner-Str. 75 6434 7 Griesheim

Datum 6.6.21

Zigarettenabfälle in Stadt Griesheim

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

bitte nehmen Sie den Antrag mit auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung sowie vorheriger Beratung im Umweltausschuss.

Wir beantragen zu beschließen,

  • In/vor allen Städtischen Einrichtungen sowie Raucherbereichen werden Sonderbehälter für das Sammeln von Zigarettenkippen aufzustellen
  • Der Bauhof wird ausgerüstet, um die Zigarettenkippen getrennt zu sammeln
  • An den Haltestellen des ÖPNV werden Sonderbehälter für das Sammeln von Zigarettenkippen aufgestellt.

Der Magistrat wird beauftragt,

  • Eine Firma/einen Verein zu finden, der das Recycling von den gesammelten Kippenresten vornehmen kann.
  • Mit dem Griesheimer Gewerbeverein eine Kooperation zu erarbeiten, um die örtlichen Gewerbetreibenden einzubinden.

Begründung

Zigarettenabfälle sind Abfälle der besonders schwierigen Art, welche unsere Gesundheit gefährden und auch in Griesheim keine Seltenheit sind. Sei es auf Spielplätzen, wo die Kinder diese Abfälle in den Mund nehmen, oder wenn sie durch das Regenwasser in das Grundwasser gelangen. Die Kläranlagen sind ebenfalls davon betroffen, die mit aufwändigen Verfahren die unterschiedlichen chemischen Substanzen neutralisieren müssen.

Zigarettenkippen verursachen einen immensen Schaden in der Umwelt. Ca. 4.300 Milliarden Zigarettenkippen fallen jährlich weltweit an; ca. 80 % davon landen in der Umwelt. Bereits ein kleiner Regen genügt, um die enthaltenen Giftstoffe auszuwaschen und in das Grundwasser zu leiten. Auch die 20 % Zigarettenkippen die „ordnungsgemäß“ in den Restmüll gelangen, sind weiterhin schädlich. Über den Umweg der Verbrennung entstehen schädliche Emissionen, die wir alle einatmen.

Auf der Strecke Orts einwärts von der Haltestelle Flughafenstr. bis zur Haltestelle Wagenhalle, ca. 1.600 Meter, habe ich an einem Abend über 400 Zigarettenkippen gezählt. Das entspricht alle 4 Meter eine Kippe. Daraus lässt sich schließen, dass viele Tausend solcher Zigarettenkippen in Griesheim liegen.

Durch die Sammlung der Zigarettenreste, sei es in mobilen Aschenbechern oder in speziellen Behältern, sowie durch Sonderaktionen zum Sammeln der weggeworfenen Kippen können diese über ein spezielles Verfahren recycelt werden. Es gibt eine Organisation, die TobaCycle n.e.V, welche sich hierauf spezialisiert hat und die Stadt unterstützen kann.

Die Zigarettenkippen sollen entweder in Müllbehälter geworfen werden, die zur Verfügung gestellt werden müssen, auch Lokale und Gaststätten, oder auch andere Unternehmen, können sich hieran beteiligen. Diese werden dann zu öffentlichen Annahmestellen.

Wir haben den Vorstand des Unternehmens TobaCyclen n.e.V. angesprochen und er ist gerne bereit uns beim Start zu unterstützen, einen kleinen, aber wichtigen Beitrag, für unsere Umwelt zu tun. Darüber hinaus schlagen wir vor, dass die Stadt Griesheim Fördermitglied des Vereins wird.

Dabei geht es uns nicht darum die Raucher zu verurteilen, sondern zu versuchen, die Abfälle zu minimieren und durch ein Recyclingverfahren die Umwelt in Griesheim zu verbessern.

Dr. Angelika Nake

FDP Griesheim

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