Unsere Antworten auf Fragen der örtlichen Presse Teil 2:

Wie soll sich Griesheim als Wirtschaftsstandort weiterentwickeln, ohne zusätzlichen Druck auf Wohngebiete und Infrastruktur zu erzeugen?

Nummer 1 Priorität hat die Entwicklung Rübgrund 5, insbesondere die dazugehörige Infrastruktur. Dabei hat die Ansiedlung zukunftsträchtiger, gewerbesteuerstarker Unternehmen Vorrang (so gut man das als Stadtverordneter beurteilen kann). Griesheim hat mit seiner zentralen Lage viele Vorteile für solche Unternehmen, die eine Anbindung an Autobahnen, Eisenbahn und Flughafen benötigen. Unverzichtbar ist ebenfalls eine ausgezeichnete IT-Infrastruktur mit leistungsstarken und stabilen Netzen.

Das Stadtmarketing ist als Wirtschaftsförderungsinstrument zu stärken, um attraktive Arbeitgeber in die Stadt zu locken. Eventuell vorhandene Leerflächen in bestehenden Gewerbegebieten sind zu vermarkten.

Seit Jahren fordert die FDP ein Gesamtverkehrskonzept für Griesheim und wird sich auch in den nächsten fünf Jahren hierfür verstärkt einsetzen, um die Infrastruktur der Stadt optimal auszulasten und dort wo nötig zu verbessern. Dies gilt insbesondere für den Bereich Südring, wenn die neue Schule einsatzbereit ist.

Wie wollen Sie die Griesheimer Innenstadt langfristig beleben und den lokalen Einzelhandel gegenüber Online-Anbietern stärken?

Den Trend zum Onlinehandel kann auch die FDP nicht zurückdrehen und ehrlicherweise wird
es sehr, sehr schwer neue, relativ kleine Einzelhandelsbetriebe in die Innenstadt zu locken. Es sei denn Handelsketten (z.B. Drogeriemarkt und ähnliches) geben sich mit kleinen Flächen zufrieden. Die Innenstadt wird tendenziell eher ein „Erlebnisraum“ werden mit Cafeteria, Eisdielen und wir erwarten eher eine Zunahme an gastronomischen Angeboten in der Innenstadt.
Oftmals wird vergessen, dass es engagierter und risikobereiter Unternehmerinnen und Unternehmer bedarf, ein Geschäft in der (kleinen, nicht stark frequentierten) Innenstadt zu eröffnen, um davon den Lebensunterhalt zu bestreiten (!) und nicht ohne Grund finden sich in allen deutschen Großstädten nur noch (Konzern-) Einzelhandelsketten, Telekommunkations- und Gastroketten in der Innenstadt. Den lokalen Einzelhandel kann man stärken, indem man das Projekt „Made in Griesheim“ gemeinsam mit dem Gewerbeverein weiterhin fördert und unterstützt. Mehr offene Sonntage mit Erlebnisgestaltung (Kürbissonntag etc.) ausbauen, damit die Bürgerinnen und Bürger häufiger Gelegenheit haben in die Stadt zu gehen. Finanzielle Förderung ist denkbar durch eine anfängliche Befreiung oder Reduktion der Gewerbesteuer in den ersten Jahren der Neugründung, gerade in diesen Jahren leiden junge Geschäfte unter Mangel an „Cash“.

Welchen konkreten Ausbau oder welche Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs wollen Sie in der nächsten Wahlperiode erreichen?

Auch hier ist Ehrlichkeit angesagt: Ein Stadtbus sieht derzeit schwierig zu finanzieren aus. Die
FDP hat vor einigen Jahren das damalige Projekt durchgerechnet und selbst bei optimalen Auslastungsgraden blieb das Defizit sechsstellig. Das ehemalige AST-Programm wurde uns im
Gespräch mit dem Seniorenbeirat als ein Weg für Mobilität im Alter sehr ans Herz gelegt. Ein
zumindest vergleichbares Angebot sollte in der kommenden Legislatur auf jeden Fall geprüft
werden.

Wenn finanziell möglich: verbilligte Tickets für den ÖPNV für bestimmte Bevölkerungsgruppen ermöglichen. Wir möchten die Mikromobilität nach der derzeitigen Testphase weiter erhalten. Die Entscheidung, ob die Straßenbahn Richtung Ried erweitert wird, liegt eher
nicht in der Entscheidungskompetenz des zu wählenden Parlaments und hat eher langfristige Bedeutung. Dem Projekt steht die FDP grundsätzlich aber positiv gegenüber.

Wie wollen Sie in Griesheim den Verkehr so gestalten, dass Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger gleichermaßen sicher unterwegs sind?

Vorab: Grundsätzlich entsteht Verkehrssicherheit durch die Beachtung der Regeln und durch rücksichtsvolles Verhalten aller Beteiligten. Dort wo sinnvoll, Tempo 30-Zonen einrichten. Ampelschaltungen optimieren. Mehr Warnhinweise wo Gefahrenschwerpunkte vorhanden sind. Im Ideal sollte zu jeder Schule, insbesondere den Grundschulen, eine sichere Verbindung, z.B. Fahrradstraße für Rad- und Tretroller fahrende Schulkinder führen. Ziel muss sein, die morgendlichen „Elterntaxis“ auf ein Minimum zu beschränken. Ein Hauptgefahrenpunkt ist die schwer frequentierte B26, die mitten durch die Stadt führt und von Autos und Fahrradfahrern gleichermaßen genutzt wird. Warnhinweise für Autofahrer sind sinnvoll, denn wenn diese ihre Fahrertür unaufmerksam öffnen gefährden sie vorbeifahrende Radfahrer.

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