Die Wahl in Baden-Württemberg hat gezeigt, dass immer wenn sich die Wahlentscheidung auf einen Kampf zwischen zwei Personen zuspitzt und polarisiert, kleinere Parteien (wozu in BW jetzt auch die SPD gehört) mit ihren Themen nicht durchdringen und gefühlt „abgestraft“ werden. Die durchaus durchwachsene Bilanz nach 15 Jahren Grünenregierung (Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen, eine miserable Bildungsbilanz, marode Infrastruktur) hat am Ende überhaupt keine Rolle bei der Wahlentscheidung mehr gespielt.
Der Wahlkampf von Cem Özdemir: eine werbewirksame Glamourhochzeit mitten im Wahlkampf, die Veröffentlichung eines Uralt-Videos um den Gegenkandidaten mit Schmutz zu bewerfen und zu diskreditieren und die restlose Selbstverleugnung der eigenen Parteizugehörigkeit haben ihm – nicht den Grünen – einen unerwarteten Erfolg beschert. Dieser Wahlkampf wird sicherlich einmal allen Studierenden der Politikwissenschaften in Deutschland als „Case Study“ vorgelegt werden. Der Erfolg heiligt in der deutschen Politik – ähnlich wie in den USA – inzwischen jedes Mittel.
Als faire Wahlverlierer und immer mehr am Wohl der Bürgerinnen und Bürger als am Wohl der eigenen Partei Interessierte, wünscht die FDP Griesheim Herrn Özdemir und den Menschen in Baden-Württemberg nur das Beste und ein gutes Gelingen in den nächsten fünf Jahren.
Für die Kommunalwahl in Griesheim hat diese Wahl in unserem Nachbarland aber keinerlei Bedeutung. Das Kommunalwahlrecht kennt keine Fünf-Prozent-Klausel und jede Listenstimme für die FDP Griesheim ist weiterhin eine Stimme für eine erfolgreiche Wirtschafts- und solide Finanzpolitik im Interesse der Stadt. Alle, die vor einem Jahr der FDP ihre Stimme bei der Bundestagswahl gegeben haben, können wir nur empfehlen auch am 15. März bei der Kommunalwahl ihre Stimme der Liste 5 zu geben, damit der liberale Menschenverstand auch in den nächsten fünf Jahren eine hörbare Stimme im Griesheimer Stadtparlament bleibt.