Begründung unseres Antrages „Black out“ Notfallplan

Situationen, die bis vor wenigen Jahren bzw. Monaten eher theoretisch waren, z.B. ein flächendeckender Stromausfall, Gasmangel – sind heute ein ganzes Stück näher an unsere Lebenswirklichkeit gerückt.

Der brutale Angriff Russlands auf die Ukraine ( und damit gegen unsere westliche Demokratie und Freiheit) hat uns die Fragilität des jetzigen Energiesystems, insbesondere aber nicht nur beim Gas gezeigt. Aber auch der Klimawandel fordert unsere Energieinfrastruktur heraus.

In Frankreich mussten in diesem Sommer ein Großteil der Atomkraftwerke stark gedrosselt und teilweise sogar vom Netz genommen werden, da aufgrund von langer Hitze und Trockenheit die Pegelstände der Flüsse zu niedrig waren. Sommer mit Hitzerekorden und langer Trockenheit sind keine Seltenheit mehr. Die in den letzten Jahren vernachlässigte Energiewende trägt ihr Übriges dazu bei.

Wir fordern in unserem Antrag ein Gesamtkonzept um diesen realistischen Gefahren zu begegnen, wohlwissend, dass sich die Feuerwehr Griesheim schon in Planungen auf einen „Blackout“ vorbereitet wie wir im Feuerwehrausschuss erfahren haben.

Wir sagen mit unserem Antrag nicht in Griesheim würde nichts gemacht werden in Vorbereitungen auf eine solche Situation. Es gibt allerdings, und darauf möchten wir explizit hinweisen, neben der technischen auch eine psychologische Komponente in einem Notfallkonzept. Wie reagieren die Menschen, wenn tagelang – womöglich im Winter – der Strom ausfällt?

Einen längeren Stromausfall über Tage haben wir eigentlich noch nicht erlebt hier.

Wissen die Menschen, an wen sie sich wenden können? Ist die Bevölkerung überhaupt sensibilisiert für so einen Notfall? Gibt es einen „Krisenstab Rathaus“? Ist die Sicherheit in der Stadt auch dann gewährleistet – neben einem „funktionierendem Rathaus“?

In meiner Zeit beim Deutschen Roten Kreuz habe ich gelernt, dass Menschen, welche sonst vollkommen rational denken und handeln, in Angst und Paniksituationen vollkommen anders handeln, als man je angenommen hätte. Das jüngste Beispiel für irrationales Handeln war im Jahr 2020 zu Beginn der Corona Pandemie, als sich Menschen um das 8er Pack Recycling Toilettenpapier beinahe geprügelt haben. Als Supermärkte teilweise temporär Security einsetzen mussten, Stichwort Nudelpanik! Dieses Jahr bildeten sich Schlangen vor Tankstellen als in sozialen Medien Gerüchte verbreitet wurden, es würde in ein paar Tagen wegen des Krieges in der Ukraine kein Benzin mehr hergestellt. All dies sind Kettenreaktionen, welche man nicht unterschätzen darf!

Und natürlich gibt es Leute, die solch eine Situation bewusst für deren politische Zwecke ausnutzen wollen. Hier wird von interessierter Seite schon darauf gewartet, dass doch endlich der Blackout kommt und möglichst Unruhe und Panik entstehen, um die Demokratie und deren politische Akteure als „handlungsunfähig“ darzustellen. Diesen Leuten begegnet man am besten mit Konzepten. Denn diese Leute haben keine Konzepte!

Deswegen die Forderung, bzw. unser Antrag für einen blackout Notfallplan als Gesamtkonzept.

Gerhard Knodt l FDP Griesheim

Related Posts