Archiv für den Monat: März 2015

Hat die konventionelle Landwirtschaft eine Zukunft?

Gespräche im blauen ,Salon in Griesheim

Bei dem sehr gut besuchten Stammtisch vom 25.03.2015 im blauen Salon des Waldschlößchens in Griesheim hat Horst Schultze, Betriebsleiter des Sonnenhofes der Nieder-Ramstädter Diakonie, das Thema konventionelle Landwirtschaft und ökologische Landwirtschaft mit einem sehr kompetenten und interessanten Vortrag beleuchtet.

Beginnend von der Geburtsstunde der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) in 1962, über die ersten Flächenstilllegungen in 1984, über die Einführung der Milchkontingente in 1992 hat er die Problematik der Direkthilfen als Flächenbeihilfen beleuchtet.

Während die Deutschen für Lebensmittel nach dem Krieg noch 50% ihres Einkommens ausgegeben haben, sind es heute noch 14%. EUweit beträgt das Einkommen der Landwirte 40% eines durchschnittlichen Vollbeschäftigten. Hier muss man sich die Frage stellen, ob Landwirtschaft überhaupt in Deutschland noch eine Zukunft hat. Wie viel sind uns unsere Lebensmittel wert? Sind wir bereit, langfristig mehr für Energie zu zahlen als für die Nahrung unseres täglichen Lebens?

Die Diskussion wurde sehr durch die fachmännischen Beiträge der Besucher bereichert, die aus ihrer eigenen Erfahrung erhellendes berichten konnten. So ist es zum Teil teurer, Griesheimer Zwiebeln vernichten zu lassen, als die Erzeuger im Verkauf daran verdienen können. Kann das die Zukunft unser aller Nahrung sein?

Viele Lebensmittel sind heute billiger als noch vor 25 Jahren. Das mag dem Verbraucher erst einmal positiv in den Ohren klingen, kann das aber die Zukunft der Landwirte sichern?

Auch heute schon sind die Subventionen in die Landwirtschaft der Gewinn der Bauern. Wird es irgendwann billiger, Lebensmittel aus dem Osten oder aus Afrika zu importieren und den Landwirten bei uns Hartz IV zu zahlen, ist das ein Leben, das wir uns vorstellen können und wollen?

Die anwesenden Landwirte wiesen auf die ausufernde Bürokratie hin, nach eigenen Einschätzungen   verbringen Landwirte 50% ihrer Arbeitszeit mit Bürokratie. Wer das Förderprogramm (derzeit HALM) sich einmal anschaut, kann diese Einschätzung nur teilen. Hier gibt es 4 verschiedene Förderungen alleine für Zwischenfrüchte, weitere Förderungen für Bodenbrüterschutz, Ackerrandstreifen, Ackerwildkrautflächen oder mehrjährige Blühstreifen. Erstaunlich für die, die hier Tiere oder Kartoffeln erwartet hätten.

Ökoförderung betrifft 10% der landwirtschaftlichen Fläche und 11% der Betriebe. Nach Hochrechnungen muss die Nahrungsproduktion – weltweit – bis 2050 verdoppelt werden, um alle Bewohner der Erde dann ernähren zu können. Ein Ziel, dass mit ökologischer Landwirtschaft – nach ganz überwiegender Ansicht – nicht zu erreichen ist.

Auch das Image der konventionellen Landwirtschaft wurde in der sehr lebhaften Diskussion angesprochen. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, arbeitet die konventionelle Landwirtschaft sehr verantwortungsvoll und setzt keine giftigen Mittel ein. Auch und gerade konventionell erwirtschaftete Lebensmittel zeichnen sich durch Rückstandfreiheit aus. Dies muss insbesondere vor dem Hintergrund der ausländischen ökologischen Lebensmittel gesehen werden. Das Vertrauen in die Kontrollen, die beispielsweise in Osteuropa oder Nordafrika von eiheimischen Stellen durchgeführt werden, ist mit Recht zu hinterfragen.

Wenn wir auch in Zukunft heimische und gesunde Lebensmittel zu uns nehmen wollen und wenn wir auch in Zukunft wählen wollen, ob wir heimische konventionelle Produkte essen wollen oder auch heimische ökologische Produkte, muss sich bei der Landwirtschaftspolitik einiges ändern.

Subventionen sind jedenfalls nicht der richtige Weg. Eine Möglichkeit wäre die überbordenden bürokratischen Hürden abzubauen oder auch baurechtliche Erleichterungen einzuführen.

Die Eingangsfrage konnten alle Zuhörer mit einem klaren Ja beantworten. Die konventionelle Landwirtschaft muss eine Zukunft haben, sie ist wesentlich besser als ihr Ruf und es muss in unser aller Interesse liegen, sie zu erhalten.

 

DER Landesparteitag

Die hessischen Freien Demokraten haben am Samstag unseren Vorsitzenden Stefan Ruppert mit 97,9% in seinem Amt und in seiner Arbeit bestätigt.

Stefan Ruppert ist der Mann, den unsere FDP braucht, kompetent und ohne jegliche Starallüren. Eine Mann, der nicht polarisiert sondern integriert. Der sich der Sache und der Arbeit verpflichtet sieht. Mit solchen Personen, wird die FDP wieder nach vorne sehen können.

Südhessen hat einen schönen Erfolg verzeichnen können. Da wir leider nach der letzten Wahl keinen Landtagsabgeordneten mehr haben, sind wir trotzdem im Landvorstand und damit in der Landespolitik gut aufgestellt.

Moritz Promny ist Stellvertreter von Stefan Ruppert geworden und auch Till Mansmann ist als Beisitzer in das Präsidium des Landesvorstandes mit ausgezeichneter Stimmenanzahl eingezogen. Ich selbst bin als Beisitzerin im Landesvorstand bestätigt worden, mit einer sehr guten Stimmenzahl.

Mit 3 Mitgliedern im Landesvorstand kann Südhessen – trotz des mangelnden Landesabgeordneten – nach wie vor auf die Landespolitik Einfluss nehmen.

Zuständig für unseren Bereich ist René Rock,  parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion in Wiesbaden, aus Seligenstadt, der auch immer für uns aktiv ist.

Wir sind optimistisch!